30.1.2008
Bali - was war da?
Bali - was war da? Da war doch was. Erst seit 10 Tagen bin ich wieder in Europa und trotzdem erscheint die UNO-Klimakonferenz sich in einer anderen Zeit und auf einem anderen Planeten ereignet zu haben. Nun liegt zwar Nusa Dua mit seinen Hotelpalästen wirklich in einer Welt, die ich noch nicht kannte. Aber die Verhandlungen über Klimaschutz hat es dort gegeben. Nächtelang wurde gerungen, wie denn nun eine angemessene Resolution aussehen muss. Ein Text sollte geschrieben werden, der den Erkenntnissen gerecht wird, die von IPCC, dem Wissenschaftlerrat der UNO zum Klimawandel, in den letzten Monaten vorgestellt worden sind.
Die Verhandlungen folgten dem schon bekannten Muster. Eine Woche lang war auf Beamtenebene ein Text erstellt worden. Am Wochenende vor dem eigentlichen Gipfel waren die Unterhändler erstaunlich entspannt und zufrieden mit ihrer Arbeit. Nach Ankunft der Chefs der Klimareferate verdüsterte sich die Einschätzung. Dann ging der Vorhang hoch für die Minister, die wie immer pünktlich am Mittwoch eintrafen, um am Donnerstag alles in Frage zu stellen. Freitag lag der Text in Trümmern. Ein Kompromiss galt als fast unvorstellbar. Nachts wurde dann intensiv diskutiert oder auch "Klartext gesprochen". Große Auftritte. Abgekämpfte, übermüdete, schwitzende Minister setzten die Flurkommunikation über Konflikte, Strategien und das Ende der Fahnenstangen in Gang. Aber am Morgen blieb weiter alles offen. Ob es Argumente oder Tränen waren, die nicht nur auf dem Panel, sondern auch im großen Plenarsaal reichlich flossen, die dann am Sonnabend doch noch zum gemeinsamen Beschluss geführt haben, ist schwer zu beurteilen. Unter den vielen Delegierten, die noch am Sonnabend die Verhandlungen verfolgten, gab es eine spürbare kollektive Erleichterung. Dass die US-Delegation nicht in totaler Isolation abreisen wollte, war auch ein Ergebnis der konstruktiven Verhandlungsführung der Chinesen und einiger Entwicklungsländer. Aber es bleibt die große Enttäuschung über einen sehr schwachen Text, der durch die USA-Vorschläge systematisch verwässert wurde. Die Klima-Enthusiasten freuten sich in Bali am Ende über den Schulterschluss zwischen den Europäern und den Entwicklungsländern. Und sie vertrösteten am Ende die Enttäuschten auf die Verhandlungen der nächsten zwei Jahre und den weiteren Weg mit der UNO über Posen nach Kopenhagen. In diesen Städten werden die nächsten beiden Weltklimakonferenzen 2008 und 2009 stattfinden.
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Sehr geehrte Frau Harms,
haben Sie auch für alle angereisten Beobachter einen CO2 Ausstoß "Ablaßhandel" bei Atmosfair o.ä. durchgeführt?
von: Xell