9.7.2009

PRESSEMITTEILUNG

Störfälle im AKW Krümmel: Zweifel an der Aufrichtigkeit von Vattenfalls Selbstkritik



Zur heutigen Erklärung des Vorstandschefs von Vattenfall, Tuomo Hatakka zu den erneuten Störfällen im Atomkraftwerk Krümmel erklärt Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende von Grüene/EFA im Europaparlament:

 
"Vattenfall Vorstandschef Hatakka gesteht Fehler ein und findet klare Worte für die Folgen, die die Serie von Zwischen- und Störfällen in Krümmel für seinen Konzern hat. Da ist von 'Vertrauensverlust' und einem 'herben Rückschlag' für die Anstrengungen bezüglich der Sicherheitskultur die Rede. An der allseits bemängelten Sicherheitskultur in Vattenfallanlagen, nicht nur in Krümmel sondern auch in Ringhals, hatte sich allerdings trotz der ausführlichen Selbstkritik des Atomkonzerns nach dem Störfall vor zwei Jahren gar nichts geändert. Wieder führte ein schlampiger Umgang mit der Technik zum Störfall und wieder versäumt es der Energiekonzern die richtigen Informationswege zu wählen und umfassende Transparenz herzustellen. Es ist angebracht, die tatsächliche Einsicht des Vorstandchefs anzuzweifeln. Der angekündigte Sonderermittler ist auch nur ein Aufguss der vor zwei Jahren eingesetzten Expertenkommission, die die gleiche Aufgabe hatte und ebenfalls nichts bewirkt hat."

 
"Die Risiken von Vorfällen im nicht-nuklearen Teil von Atomkraftwerken werden systematisch unterschätzt. Es ist an der Zeit, dass die INES-Skala zur Bewertung von Stör- und Unfällen überarbeitet wird. Wenn keine Radioaktivität freigesetzt und der Störfall mit 0 bewertet wird, gibt das den Menschen ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Über die tatsächliche Gefahr sagt diese Bewertung nichts aus.

 
"Die öffentlich geführten Debatten über die Sicherheit von Atomkraftwerken dienen in erster Linie dazu, dem Bürger Sicherheit und Vorsorge vorzugaukeln. Anstatt von Laufzeitverlängerungen zu schwadronieren, muss die Sicherheit der bestehenden Anlagen auf den Prüfstand. Altes Anlagendesign, alternde Materialien und nachlässige Betreiber sind ein Gefahrencocktail, der beim Betrieb dieser Hochrisikotechnologie nicht in Kauf genommen werden kann. Doch diese Aspekte verstärken nur die grundsätzliche und nicht behebbare Gefahr, die von der kommerziellen Nutzung der Atomenergie durch die Komplexität der Anlagen und dem entstehenden Atommüll ausgeht."

 

 

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