20.5.2009

PRESSEMITTEILUNG

Schluss mit dem Verramschen von Milch!



Milchgipfel in Berlin


Zum heutigen Sondertreffen der Agrarminister in Berlin erklärt Rebecca Harms, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

"Dass in aller Eile für heute ein Milchgipfel in Berlin einberufen wurde, ist ein großer Erfolg für die Protestaktionen der Milchbäuerinnen. Diese wehrten sich zu Recht gegen die zunehmend unhaltbaren Zustände in der Milchwirtschaft.

Allerdings kommt die Initiative von Bayerns Agrarminister Brunner für einen neuen "Milchgipfel" der Agrarminister der Länder reichlich spät. Auch Landwirtschaftsministerin Aigner hatte beim kürzlich einberufenen Milchkrisen-Gespräch mit Milcherzeugern und Verbänden auf Bundesebene keinerlei Neigung gezeigt, sich in Brüssel für konkrete Maßnahmen zur Milchmengensteuerung zu engagieren, so wie es die europäischen Milchbäuerinnen fordern.

Vor kurzem hatte die Bundesregierung noch der Erhöhung der Milchquoten in der EU und dem Ende der Milchquoten mit Hinweis auf neue Märkte außerhalb der EU zugestimmt. Jetzt heißt es plötzlich, man müsse auch bei der Produktionsmenge ansetzen, und 5% der Milchquote aussetzen. Wenn das alles nicht nur Wahlkampfgetöse ist, das der CSU bei der Europawahl über die 5%-Hürde helfen soll, können wir Frau Aigner nur darin bestärken, kommenden Montag beim Agrarministertreffen in Brüssel Farbe zu bekennen und die Forderungen der europäischen Milchbauern und -bäuerinnen nach einer bedarfsgerechten, qualitätsorientierten Milcherzeugung und damit einer Mengensteuerung im Milchsektor umzusetzen.

Der Milchmarkt wird von wenigen Handelsketten beherrscht. Wir brauchen deshalb auch ein neues EU-weit geltendes Wettbewerbsrecht, das Discountern untersagt, Milchprodukte unter den Gestehungskosten zu verkaufen und als Lockangebote zu missbrauchen. Und wir fordern einen sofortigen Stopp der Exportsubventionen, mit denen jetzt Milch und andere Agrarprodukte auf die Weltmärkte gedumpt werden. Diese Dumpingmethode ist nicht nur unfair gegenüber den Entwicklungsländern und zerstört bäuerliche Existenzen in Entwicklungsländern. Sie macht die EU bei den weltweiten Bemühungen zur Bewältigung der Welternährungskrise vollständig unglaubwürdig."

 

 

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Schluss mit dem Gigantismus auf Kosten der Tiere und der Natur!
Kürzlich wurde in Sachsen mit Stolz verkündet, dass die "beste" Kuh nun schon 18.000 Liter im Jahr gibt. In Ostdeutchland hat sich die Milchleistung je Kuh seit 1990 mehr als verdoppelt. Großagrarbetriebe und Großmolkereien beherrschen den Markt - auf Kosten der kleinen Betriebe, der Tiere und der Natur.

Eine konventionelle Hochleistungsmilchkuh frisst nicht mehr Gras auf der Weide, sondern wird überwiegend von einem Kraftfuttergemisch aus tropischem (Gen)Soja sowie heimischen (Gen)Mais ernährt. Sie wird im Durchschnitt nur 4 bis 6 Jahre alt und wird quasi "zu Tode gemolken". Nur Mutterkühe und Jungrinder dürften eine gewisse Zeit im Freien auf der Weide verbringen.

Durch den verstärkten Einsatz von Kunstdüngern und dem Umbruch von Grünland für den Maisanbau steigt der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen. Zudem nimmt die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft durch den massenhaften Maisanbau dramatisch ab.

Wir brauchen deshalb wieder mehr Vernunft in der Agrarpolitik und eine echte umweltgerechte Landwirtschaft! Ich kann niemanden raten, "konventionelle" Milch zu kaufen. "Bio" ist momentan die einizige Alternative.

von: Holger Oertel  

Milch besser nicht!
Es wäre besser, die krankmachende Milchtrinkerei einfach aufzuhören. Milch ist ein Eutersekret der Kuh zur Ersternährung ihrer Nachkommen und kein Getränk für Menschen, erst recht nicht für Erwachsene.
Das Buch mit dem Titel der Überschrift "Milch besser nicht" der EU-Juristin Maria Rolliger sollte zur Pflichtlektüre aller Agrar- und gesundheitspolitiker gehören.

von: Dietmar Ferger  

Milchgipfel in Berlin
1. Zur Verbesserung der Milcherzeugerpreise ist zunächst wieder eine Verringerung der Milchquote einzuführen.
2. Keine Exportsubventionen für Milch oder Milchprodukte!
3. Die gegenwärtige Milchwirtschaft heizt den Klimawandel ein mit viel importierten Kraftfutter und Methanausstoß. Kühe können aber Gras fressen: Beschränkung des importierten Futteranteils durch Bindung des Viehs an die Fläche, von der es ernährt. Dann wird keine Milchquotierung mehr nötig sein werden kann.

von: Elmar Holstiege  

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