6.2.2009

PRESSEMITTEILUNG

Atomlobby wird Sturm ernten



 

Zur Ankündigung des Wiedereinstiegs in die Atomkraft durch die schwedische Regierung erklären Rebecca Harms, Spitzenkandidatin für die Europawahl von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Claudia Roth, Bundesvorsitzende:

 

„Die Atomankündigung der bürgerlich-konservativen Regierung in Schweden steht auf den gleichen wackeligen Füßen wie diese Regierung selbst. Wenn eine windige europäische Atomlobby daraus die Renaissance der Atomkraft herbeireden will, darf sie sich nicht wundern, wenn sie Sturm erntet – nicht nur in Schweden, das 2006 knapp an einer Atomkatastrophe vorbeischrammte, die für ganz Europa verheerende Folgen gehabt hätte.

 

Auch hier in Deutschland geben Union und FDP den parlamentarischen Arm der Atomlobby und kündigen ungeniert an: Mit Schwarz-Gelb an der Macht wird es auch in Deutschland den Ausstieg aus dem Atomausstieg geben. Wer wie die Mehrheit der Deutschen die Atomkraft ablehnt, der muss eine mögliche Mehrheit von CDU und FDP bei den Europawahlen und Bundestagswahlen bekämpfen.

 

Schwarz-Gelb nimmt unbeschreibliche Risiken für Leben und Gesundheit von Millionen von Menschen in Kauf und ist auf eine alte, teure und unbeherrschbare Technologie orientiert. Damit gefährden diese Parteien den sozialen Frieden. Die Realisierung ihrer Pläne hilft nicht beim Klimaschutz, sondern zementiert alte Strukturen, die wir abschaffen müssen, damit eine echte Energiewende und damit ein ernstgemeinter Klimaschutz funktionieren kann.

 

Und was die sogenannte Renaissance der Atomkraft angeht, hilft ein Blick auf die Fakten. In den USA hat seit Beginn der 80er Jahre fast jeder Präsident neue AKWs angekündigt. Tatsächlicher Auftragsbestand seither: Null! 2008 ging erstmals seit 42 Jahren weltweit kein einziges AKW neu ans Netz. Die Zahl der offiziell in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke sank auf zuletzt 438. Und die von Atomlobbyisten hochgejubelte AKW-Baustelle in Finnland gehört seit fünf Jahren in die Rubrik Pleiten, Pech und Pannen plus Kostenexplosion.“

 

 

Kommentieren

 
Tschnernobyl und Schweden
Hallo sehr geehrte MdEP Harms
Hallo liebe Leute KommentarschreiberInnen:

Hier mal drei Punkte:

2006 habe ich aus den Übersichts-Studien von IPPNW-D und anderen die Zwischenfolgen von Tschernobyl dargestellt und kommentiert und bei unserem Verein veröffentlicht auf 1 bzw. 4 Seiten, gecheckt von unab-hängigen Strahlenforschern. Lest mal und staunt mal: www.ecotrinova.de/downloads/0604194secotritschinfo.pdf
www.ecotrinova.de/downloads/0604191secotritscherninfo1.pdf

Zu Schweden: lest mal den Gastkommentar von Dr. Lutz Mez FFU an FU Berlin an das BMU:
www.bmu.de/atomenergie_sicherheit/doc/43142.php
Zu erkennen ist, dass die meisten Zeitungen in der Sache deutlichen Pro-Atom-Müll geschrieben haben,
in machen Blättern sicher absichtlich. Aber es ist schon merkwürdig, dass in Schweden derzeit die Gefahren der Atomkraft so unterschätzt werden, dass viele sie hintenanstellen oder gar nicht richtig kennen: schließlich sind AKWs und hochaktiver A-Müll eine latente Kriegserklärung an das eigene Volk bzw. an die EU....
Aus Schweden selber gint es nun viele sehr kritische
Kommentare, und auch eine kleine Übersicht
von NGO-Seite im neuen WISE-NIRS Nuclear Monitor.
Oder lest mal bei www.contrAtom.de

Und vom nuklearen Winter durch einen regionalen Atomkrieg (wäre ja neulich beinahe zwischen Indien
und Pakistan passiert), der anderen großen Klimagefährdung, spricht auch kaum jemand, obwohl
auf der betroffenen Erdhalbkugel das Leben dann ein paar Jahre ziemlich beeinträchtigt wäre (kalt, riesige Ernteausfälle, Hungertote in sehr großer Anzahl) siehe neue Studien in den USA). Hintergrund: die zivilmilitärische Verbindung der Atomenergie. Übrigens:
In Schweden wollten auch mal bestimmte
Kreise das Land zur Atommacht führen.

Georg Löser, Phyiker und Biologe

von: Dr. Georg Löser  

@ Frank: Falsche Zahlen
Frank,

die Zahlen auf die du dich beziehst, sind weit von der Realität entfernt. Wir müssen von mehr als 90.000 Toten als Folge der Tschernobyl-Katastrophe ausgehen. Ein Greenpeace-Bericht schätzt gar über 120.000. Und ein weiterer von der IAEA vergisst sogar noch die vielen Betroffenen in Westeuropa.

Hier ein Link, ich empfehle dringend die Lektüre und weitere Recherche:

http://www.chernobylreport.org/

Die Zahl 56 hier zu nennen ist ein Schlag ins Gesicht für alle Opfer und die bis heute betroffenen Familien!

von: Paul  

Endlich Energiesicherheit
Leider kann ich Ihre Argumentation ('unbeschreibliche Risiken für Leben und Gesundheit von Millionen von Menschen') nicht nachvollziehen. Laut offiziellen UNESCO-Daten sind beim (zweifellos tragischen) Unglück von Tschernobyl 56 Menschen nachweisbar ums Leben gekommen. Diese Zahl erreichen die Opfer von Bio-Gas-Anlagen locker. Würden Sie deshalb Biogas-Anlagen abschaffen wollen? Tausende in Deutschland und Millionen in der Welt kommen bei Haushaltsunfällen ums Leben. Sollen wir deshalb Haushalte abschaffen? Das Leben selbst ist lebensgefährlich. Oder ist schon mal jemand lebend da herausgekommen? Sollen wir also das Leben abschaffen?

von: Frank  

Schweden 09
Ich bin absolut entsetzt über diese schwedische Entscheidung. Was sagen die anderen Parteien dort und in den angrenzenden Ländern dazu? Sind Aktionen geplant?
Gruß

von: wolfgang teschner  

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