24.6.2008

PRESSEMITTEILUNG

Europa braucht eine europäische Gemeinschaft für Erneuerbare Energien



Studie zu Erneuerbaren
 
Eine neue Studie der Heinrich-Böll-Stiftung, die heute im Europaparlament vorgestellt wurde, verdeutlicht  das enorme Potential der  erneuerbaren Energien in Europa und fordert die Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Erneuerbare Energien (ERENE).

Michaele Schreyer, ehemalige EU-Kommissarin und Koautorin der Studie erklärte dazu heute:

"Europa hat gerade erst begonnen sein enormes Potenzial an erneuerbaren Energien zu nutzen. Unsere Studie geht  weit über den Zeitrahmen des Klimaschutz- und Energiepakets der Kommission vom Januar 2008 hinaus und zeigt, dass es langfristig möglich ist, den Strombedarf Europas durch erneuerbare Energiequellen zu decken, wenn die richtigen Strategien und Maßnahmen ergriffen werden.

Die Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Erneuerbare Energien, die ähnlich wie Euratom organisiert werden sollte, würde eine entscheidende  Unterstützung für die Entwicklung der Erneuerbaren Energien durch Forschungsförderung, Pilotprojekte und Netzentwicklung bedeuten.

Lutz Mez, Ko-Autor und Geschäftsführer der Forschungsstelle für Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin, erklärte:

"Europa hatte 50 Jahre lang die Gemeinschaft für Kohle und Stahl und Euratom existiert sogar seit über einem halben Jahrhundert. Es ist höchste Zeit, dass den Erneuerbaren Energien derselbe Status eingeräumt wird, mit einem Vertrag oder einem System der vertieften Kooperation zwischen den Mitgliedsstaaten.

Unsere Studie zeigt, dass das theoretische, technische und wirtschaftliche Potenzial vorhanden ist, um den gesamte Strombedarf durch erneuerbare Energien zu decken. Eine Europäische Gemeinschaft für Erneuerbare Energien könnte in der ersten Hälfte des Jahres 2010 eingerichtet werden und durch den Verkauf von Emissionszertifikaten finanziert werden.

Rebecca Harms, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament, fügte hinzu:

"Wir können in der Energiepolitik nicht mit 'business as usual' weitermachen. Das 20% Ziel der EU für erneuerbare Energien für 2020 ist ein guter Start, aber die Studie zeigt, dass das Potenzial der Erneuerbaren viel größer ist.

Das irische Referendum zum Lissabon-Vertrag hat gezeigt, was passiert, wenn die EU schlecht kommuniziert und den Bürgerinnen und Bürgern nicht zuhört. Die meisten Europäer wollen die erneuerbaren Energien im Zentrum einer zukunftsorientierten Energiepolitik sehen, entgegen der Anstrengungen der Kommission und einiger nationaler Regierungen die Renaissance der Atomenergie zu forcieren. Erneuerbare Energien sind  nachhaltig, klimafreundlich und sie sind demokratisch gewollt. Dieser Dreiklang ist die beste Begründung für ein neues gemeinsames europäisches Projekt ERENE."

 

Die Studie "Schriften zu Europa - Band 3: ERENE - Eine Europäische Gemeinschaft für Erneuerbare Energien" kann hier heruntergeladen werden.

 

 

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