25.9.2008

PRESSEMITTEILUNG

CO2-Emissionen von PKW: Überraschungsvotum des Umweltausschusses gibt der europäischen Klimapolitik mehr Biss



Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat heute gegen einen vom sozialistischen Berichterstatter Guido Sacconi mit der EVP-Fraktion ausgehandelten Kompromiss zur Reduzierung von CO2-Emissionen von PKW gestimmt und den Kommissionsvorschlag gestärkt anstatt ihn abzuschwächen. Dazu erklärt Rebecca Harms, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/EFA:
 
"Bei der heutigen Abstimmung im Umweltausschuss über die Reduzierung der CO2-Emissionen von PKW haben die Vernunft und der Klimaschutz einen überraschenden Sieg errungen. Die windelweichen Kompromissvorschläge des Berichterstatters Guido Sacconi wurden abgelehnt. Das zeigt, dass das klimapolitische Gewissen trotz heftigen Lobbyings der Automobilindustrie und einiger Mitgliedsstaaten bei der Mehrheit der Abgeordneten intakt ist.
 
Das Parlament hat sich deutlich für eine schnelle Einführung von effizienteren und sparsameren Autos ausgesprochen, und dafür klare Vorgaben gemacht. Das sorgt für effektive Klimaschutzmaßnahmen und nützt in Zeiten hoher Spritpreise auch dem Verbraucher. Dieses Votum hat auch wichtige Signalwirkung für das gesamte Klimaschutzpaket.
 
Die von der Automobilindustrie favorisierte stufenweise Einführung des Grenzwertes bis zum Jahre 2015 wurde abgelehnt. Die durchschnittlichen Emissionen sollen jetzt bis 2012 auf 130 g/km durch technische Verbesserungen reduziert werden und um weitere 10g/km durch zusätzliche Maßnahmen - so wie es der ursprüngliche Kommissionsvorschlag vorsah. Auch die Strafen sind hoch genug, um die tatsächliche Zielerreichung sicher zu stellen. Statt 50 Euro/g, wie es der Sacconi-Kompromissvorschlag vorsah, wird jedes zusätzliche Gramm mit 95 Euro ab 2015 bestraft.
 
Besonders begrüßen wir die Einführung des langfristigen Zielwertes von 95g/km bis 2020, was bereits heute die langfristige Produktplanung der PKW-Hersteller hin zu effizienteren Modellen maßgeblich beeinflussen wird. Wir hoffen, dass die klimapolitischen Erfolge des heutigen Tages in den bevorstehenden Verhandlungen mit dem Rat Früchte tragen werden."

 

Mehr zum Thema:


Feilschen um jedes Gramm, zeit online vom 2.10. 2008

Politiker bremsen Autolobby, taz.de vom 26.9.2008

EU-Parlament über Klimaauflagen für Autos zerstritten, Reuters vom 25.9.2008

EU-Umweltausschuss gegen Lockerung der Klimaauflagen für Autos, euronews vom 25.9.2008

EU macht Front gegen die Spritschlucker, Abendzeitung vom 25.9.2008

Keine Gnadenfrist für Schadstoffausstoß, Das Parlament vom 29.9. 2008

 

 

Kommentieren

 
JUuuuuuuuuunge
Damn komm ich nicht drauf kla das mein kritischer Kommentar hier einfach gelöscht wurde... Da macht man sich so viel Mühe und sie versauen es wie versalzene Brühe... Bis dann Hade Low ihr Hugo

von: Hugo  

Keine Sorge
Lieber Herr Schwan,

gerade BMW hat doch frühzeitig versucht, seine Modellpalette an neue Herausforderungen anzupassen – mit kleineren Fahrzeugen, die weniger verbrauchen und trotzdem BMW-typische Qualität bieten (der Mini ist eines der verbrauchsgünstigsten Fahrzeuge auf dem Markt). Und das BMW-Programm "Efficient Dynamics" macht modellübergreifend Verbrauchsersparnisse möglich. Die großen Fahrzeuge der X-Reihe wiederum sind ideale Technologieträger für alternative Antriebskonzepte, die ebenfalls die Zukunft von BMW und deren Mitarbeitern langfristig sichern sollten. Nur wenn die angebotenen Autos effizienter werden, wird es in Zukunft für die Kunden noch erschwinglich sein, Auto zu fahren. Und nur die Autokonzerne, die heute den Abschied von den großen Spritfressern einläuten, werden in Zukunft große Märkte haben und Arbeitsplätze garantieren.

Grüße aus dem Büro Harms

von: Anna Anna Turmann  

Na toll... und ich bin arbeitslos
Guten Abend Frau Harms,

da haben Sie ja mal wieder einen tollen "Sieg" errungen. Ich bin 26 und arbeite bei BMW in München. Ich weiß nicht, wie gut Sie rechnen können, aber die mehr-Belastungen der bis zu 95€ pro Gramm CO2 Ausstoß machen unsere deutschen Autos so teuer, dass jede Menge Jobs wegfallen werden, meiner inklusive. Vielen Dank dafür. Zum Thema Klimawandel: seit Jahrtausenden wurde es wärmer,kälter,trockener,nässer, soweit ich weiß war Europa fast komplett mit Eis bedeckt. Es gibt auch zu wenig beachtete Studien, die eine neue Eiszeit vorhersagen. Daher mache ich mir um meine Arbeit mehr Sorgen, als um 260 Gramm CO2 pro km...
Mfg, August Schwan, München

von: August Schwan  

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