10.9.2007

PRESSEMITTEILUNG

Harms stellt "Restrisiko"-Studie in Niedersachsen vor



Die letzte Woche ihrer Sommerpause nutzte die Europaparlamentarierin Rebecca Harms, um über die Risiken der zivilen Nutzung der Kernenergie aufmerksam zu machen. Zusammen mit Stefan Kurth vom Ökoinstitut Darmstadt stellte sie die im April erschienene Studie „Restrisiko“ über Unfälle in Atomkraftwerken seit Tschernobyl 1986 in Lüneburg und Rodenkirchen (bei Nordenham) vor.

Rebecca Harms hatte die Studie nach dem Vorfall im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark in Auftrag gegeben. Sie war sich damals nicht sicher, ob es nicht nur wenige Minuten waren, die Schweden und uns vor einem Unfall wie im ukrainischen Tschernobyl trennten. Auch die sieben Autoren der Studie wollten herausfinden, ob die 21-jährige Phase nach Tschernobyl, die ohne ernsthafte Unfälle in AKWs verlaufen schien, auf Errungenschaft oder schlichtem Glück basierte.

Die Autoren der Studie entdeckten, dass es nach 1986 zu einer großen Anzahl abnormaler Ereignisse in Atomkraftwerken gekommen ist. Sechzehn dieser signifikanten Störfälle, die in neun Ländern auftraten, hat das Projektteam näher beleuchtet. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass viele sicherheitsrelevante Ereignisse Jahr für Jahr in allen Atomanlagentypen geschehen. Diese ernsten Störfälle werden der Öffentlichkeit oft gänzlich vorenthalten und in Bezug auf ihr Risikopotential unterbewertet.

Auch die Internationale Ereignis-Skala (INES) der Internationalen Atomenergie Organisation (IAEO) sei nicht vertrauenswürdig, fanden die Autoren. Das INES-Meldesystem muss ihrer Ansicht nach überarbeitet werden, da es keine allgemeingültigen internationalen Kriterien für die Beschreibung und den Schweregrad von Ereignissen in Atomanlagen gebe.

Rebecca Harms setzt sich auf der europäischen Ebene für eine Erneuerung der INES-Skala ein. Sie kämpft für eine bessere Informationspolitik der Atomkraftwerks-Betreiber. Und sie warnt immer wieder davor, dem Risiko der Erderwärmung nicht mit einer Ausweitung des atomaren Risikos zu begegnen. Neben den Gefahren des Unfalls dürften die Probleme der Atommüllentsorgung und das Risiko des militärischen oder terroristischen Missbrauchs nicht in Vergessenheit geraten.

Die Studie, die von der Altner-Combecher-Stiftung für Ökologie und Frieden und von der Hatzfeld-Stiftung unterstützt wurde, steht in folgenden Versionen zum Download bereit:

Langfassung Englisch
Zusammenfassung Deutsch
Vorwort Harms


 

 

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