22.10.2009

PRESSEMITTEILUNG

Sacharow-Preis geht an Memorial und russische Menschenrechts-Aktivisten



Sacharow-Preis

Das Europäische Parlament hat heute den diesjährigen Sacharowpreis für geistige Freiheit der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial und den russischen Menschenrechtaktivisten Ludmila Alexejewa, Oleg Orlow und Sergej Kowalew verliehen. Zur Preisverleihung erklärt die Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion, Rebecca Harms:
 
"Ich freue mich von Herzen, dass der diesjährigen Sacharow-Preis an die russische Menschenrechtsorganisation Memorial und an die Menschenrechtsaktivisten Ludmila Alexejewa, Oleg Orlow und Sergej Kowalew vergeben wird. Der Vorschlag für die Nominierung Memorials wurde von den Grünen/EFA initiiert.
 
Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer ist das ein starkes und notwendiges Signal zum Schutz der Menschenrechte und der Menschen die sie in Russland verteidigen. Es ist bemerkenswert, dass heute alle Fraktionen einig waren. Wir müssen gegenüber Russland mit einer Stimme sprechen, wenn wir dort eine Verbesserung der Menschenrechtssituation erreichen wollen.
 
Die Entscheidung des Europäischen Parlament ist auch eine deutliche Aufforderung an den Europäischen Rat beim kommenden EU-Russlandgipfel am 18. und 19.November in Stockholm gegenüber Russland eine gemeinsame Haltung in Menschenrechtsfragen zu zeigen."


 
Heidi Hautala , Vorsitzende des Unterausschusses für Menschenrechte des Europäischen Parlaments, erklärt:
 
"Wir hoffen damit die Aufmerksamkeit auf die Leistungen dieser Menschen für die Verteidigung der Menschenrechte in Russland zu lenken und auch auf die unerträglich schwierigen und gefährlichen Umstände, unter denen sie arbeiten müssen.

Wir denken an Anna Politkovskaya, Natalia Estemirova und andere, die wegen ihres Einstehens für Menschenrechte und Pressefreiheit brutal ermordet wurden. Der schreckliche Mord an Natalia Estemirova am 15. Juli war eine Erinnerung für die internationale Gemeinschaft, dass es in Russland keinen Schutz für Menschenrechtsaktivisten gibt. Die heutige Entscheidung, den Preis an Memorial zu vergeben, ist eine deutliche Aufforderung an die Russische Föderation, endlich mit der Straflosigkeit von Verbrechen gegen MenschenrechtsaktivistInnen Schluss zu machen. Zwanzig Jahre nach dem Tod von Andrej Sacharow war es an der Zeit, dass der Preis zum ersten Mal an einen Kandidaten aus Russland geht."

 

 

 

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