11.9.2007

PRESSEMITTEILUNG

Food First - Biomasse richtig fördern



Zur Verlautbarung der OECD zur Konkurrenz von Pflanzenkraftstoffen und Lebensmitteln erklären die Grünen Europaabgeordneten Rebecca Harms und Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf:
 
"Im Gegensatz zur OECD Verlautbarung halten wir den Anstieg der Erzeuger-Preise für Lebensmittel für dringend erforderlich, weil weltweit bäuerliche Existenzen in der Vergangenheit durch fortdauernde Dumpingpreise bei Lebensmitteln vernichtet wurden und eine agrarindustrielle Rohstoffproduktion mit umweltschädlichen Erzeugungspraktiken vorangetrieben wurde. Massentierhaltung und der Einsatz von Chemikalien sowie gentechnisch veränderten Organismen sind Folgeerscheinungen dieser Logik. Ausreichende, faire Preise stoppen nicht zwingend diese Entwicklung, sind aber die Vorraussetzung für eine ökologisch bäuerliche Erzeugung von gesunden Lebensmitteln.
 
Die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen in der industriellen Produktion von Ethanol und Pflanzen-Dieselkraftstoff ist nicht energieeffizient, problematisch für den Umweltschutz und wenig hilfreich für die Klimaproblematik. Zudem steht sie in Flächenkonkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion und trägt damit zu einer weltweiten Verknappung von Nahrungsmitteln und Trinkwasser bei. Deshalb muss vorrangig auf Wind, Wasser, Sonne, Holz und die Verwendung von tierischen Exkrementen und Abfallstoffen in Biogasanlagen zur Energieerzeugung gesetzt werden. Die Verwendung von landwirtschaftlichen Abfallstoffen in Biogasanlagen wird bisher zu wenig gefördert. Bei Schleppern und Kraftfahrzeugen ist allenfalls die Entwicklung und Bereitstellung von Motoren (Elsbett-Motor) zur Verwendung von kaltgepressten Pflanzenölen ein sinnvoller Weg. Die Förderung einer dezentralen, regionalen Erzeugung dieser Öle ist daher geboten.
 
Biokraftstoffe pauschal zu subventionieren ist falsch, denn es hat bereits dazu geführt, dass massenhaft Flächen umgewidmet werden, Regenwald abgeholzt wird, um Ölpalmen zu pflanzen, und dass Lebensmittel, beispielsweise in Mexiko, knapp wurden."

 

 

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